Donnerstag, 13. Dezember 2012

Donnerstag, Dezember 13, 2012
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Ich war am Sonntag auf einem Ärztekongress in Berlin. Thema dieses Kongresses war der Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheit aus medizinischer Sicht. Dies war die europaweit erste wissenschaftliche Fachkonferenz zu vegetarischer Ernährung in der Gesundheitsvorsorge.



Gleich mal vorweg die abschließenden Worte und das Resumée des Kongresses:

"Die Ergebnisse der zahlreichen Studien sind so eindeutig, dass sie nicht mehr ignoriert werden können. Das Problem ist nur, dass diese Ergebnisse bei den Ärzten und vor allem in der medizinischen Ausbildung bei den Medizinstudenten nicht ankommen. Wir brauchen keine weiteren Studien. Die Evidenz ist beeindruckend, die Daten sind so klar und eindeutig. Wir brauchen eine Veränderung in der Gesellschaft und in der Politik, damit die Ergebnisse da ankommen wo sie dringend gebraucht werden!"

Und die Ergebnisse kommen nicht an. Weder bei den Ärzten, noch bei den Medizinstudenten und schon gar nicht bei der Bevölkerung. Ein Student kurz vor seinem PJ (Praktisches Jahr) meldete sich bei der Podiumsdiskussion und berichtete, dass er während 5 Jahren Medizinstudiums, kein einziges mal etwas über ernährungsbedingte Prävention durch vegetarische/vegane Ernährung vor unseren sog. Zivililisationskrankheiten gehört hat.

Und jetzt mal zu den Studien und deren Ergebnissen. Wie gesagt war das ein Ärztekongress und es ging Primär rein wissenschaftlich um die Auswirkungen und Zusammenhänge von Ernährung und Krankheit bzw. deren Prävention und Heilung.

Hier mal die Themen:





Zum ersten Vortrag wurde eigentlich schon alles gesagt und möchte hier auf einen meiner Blogeinträge verweisen: Evolution

In aller Kürze: Der Löwe ist ein Fleischfresser, das Schwein ein Allesfresser und die Nahrung eines Gorillas besteht zu 98% aus Pflanzen. Mit wem würden Sie sich rein vom Äußeren her vergleichen?  Gut bei manchen ist das vielleicht nicht so einfach zu beantworten, aber wir haben ja noch unsere Gene, die wir sehr zuverlässig zur Klärung gewisser Verwandschaftsverhältnisse heranziehen  können:



So jetzt zu den Studien:

Sehr interessant waren die aktuellen Studien in Bezug auf Ernährung und Krankheit bzw. Prävention und Heilung von ernährungsassoziierter Kranheiten. Ich greife hier nur die wichtigsten Krankheiten und das Ergebnis einiger Studien heraus. Es gibt etliche Studien, die auf das gleiche Ergebnis kommen. Das würde aber den Rahmen hier sprengen.


Diabetes:





In den meisten Studien wurde zwischen seltenem und häufigem Fleischkonsum unterschieden. Die Definition von seltenem Fleischkonsum bedeutet nicht mehr als 1 mal pro Woche Fleisch. Ich glaube kaum, dass nicht Vegetarier, die behaupten selten Fleisch zu essen weniger als einmal pro Woche Fleisch essen! Und dieser seltene Fleischgenuss erhöht das Risiko Diabetes zu bekommen schon um über 50% im Vergleich zu Veganern! Häufiger Fleischkonsum erhöht das Risiko Typ 2 zu entwickeln noch weiter!
Veganer haben ein 70% niedrigeres Risiko!




Langjährige Fleischesser (17Jahre) auch wenn dies nur einmal die Woche stattfindet, haben ein 74% höheres Risiko Diabetes zu bekommen als Vegetarier!


Es ist bezeichend, dass je mehr Fleisch und je länger Fleisch gegessen wird, das Risiko bestimmte Krankheiten zu bekommen immer weiter ansteigt!

Dies spiegelt sich natürlich auch in den Zahlen wieder:

Diabeteserkrankungen in Deutschland in Prozent



Bei anderen Erkrankungen sieht es sehr ähnlich aus:


Hypertonie (Bluthochdruck)






Übergewicht









Krebs




Herz-Kreislauf Krankheiten







Lebenserwartung




Was für mich das Interessanteste bei den Ergebnissen ist. Veganer stehen am besten da und haben im Vergleich zu Vegetariern ein nochmal reduziertes Risiko bestimmte Krankheiten zu bekommen! Nicht dass ich das nicht schon gewusst hätte, aber dass dies hier durch sämtliche Studien bestätigt wird, freut mich natürlich besonders.


Und deshalb auch das Fazit des Referenten:



Schließen möchte ich diesen Blogeintrag mit den einleitenden Worten des Profs:

“Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist... ...Beim Vegetarismus/Veganismus stehen wir im Moment da, wo wir beim Rauchen vor 20 Jahren standen... ...Das beste Fleisch ist Fruchtfleisch!“




10 Kommentare:

  1. Wow! Danke für den Artikel!....das freut "uns" doch besonders oder?
    Super!
    Gruß, Martin

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  2. Bullshit... Da sollte man mal erklären, was ausgerechnet Fleisch mit Diabetes zu tun haben soll.
    Macht auch sonst keinen Sinn, sonst wären Paleo-Köstler ja nicht so gesund und schlank. Die haben komischerweise auch mit mehr Fleisch als "selten" keine Probleme.

    Gegen Krebs wird übrigens endlich auch in Kliniken mittlerweile ketogene Ernährung eingesetzt, weil man weiß, dass ohne KOHLENHYDRATE (nein, kein Fleisch) Krebs nicht überleben bzw. gar nicht erst entstehen kann. Getreide. Und isolierter Zucker. Nicht Fleisch. Getreide mit Fleisch zusammen (wie es die meisten Allesesser nun mal machen) jagt den Insulinspiegel höher als Getreide allein, außerdem entstehen bei dieser ernährungsphysiologisch völlig falschen Kombination schwer schädliche Toxine im Körper. Entweder oder.

    Aber bitte nicht ein Lebensmittel verteufeln; viel schlimmer als Fleisch sind die veganen Ersatzprodukte mit massig Gluten, Soja, Zusatzstoffen etc.

    Da muss man einfach mal aufm Teppich bleiben.

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    1. Ich gebe hier nur die Ergebnisse der zahlreichen Studien wieder... Aber vielleicht sind die ganzen Studien ja falsch? Komischerweise kommen sie alle zu dem selben Ergebnis und das unabhängig voneinander und auf der ganzen Welt...

      Aber Du kannst ja gerne mal eine Paleostudie machen und uns die Ergebnisse mitteilen...

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  3. Also, ich studiere im 3. Semester an der Medizinische Fakultät in Köln und bei jeder einzelnen Krankheit, die bisher besprochen wurde, wurde erwähnt wie sie mit der Ernährung zusammenhängt.

    Fleisch hat übrigens einen recht hohen Insulin-Index, ebenso wie Milchprodukte. Wenn diese mit Zucker kombiniert werden ist die Insulinantwort des Körpers noch höher als nur bei Kohlenhydraten. Das hat Fleisch mit Diabetes zu tun!

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    1. Hmm ich weiß nicht wie es im Humanmedizinstudium ist, aber ich denke nur die Ernährung bei manchen Krankheiten nebenbei zu erwähnen ist halt zu wenig. Ich denke man müsste explizit darauf eingehen, dass bestimmte Krankheiten durch bestimmte Ernährungsweisen gar nicht erst enstehen und dass z.B.: Ateriosklerose durch vegane Ernährung sogar wieder rückgängig gemacht werden kann...
      Ich weiß nur, dass ich damals Ernährungsphysiologie zusammen mit den Humanmedizinern hatte und das ganze zwei Semester lang...

      Ich denke nicht, dass Du bei der Besprechung von einer der oben genannten Krankheiten die entsprechende Studie gezeigt bekommen hast oder?

      LG Jörg

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  4. super-endlich hab ich mal sowas gefunden, vielen, vielen Dank dafür

    meine laienhaften Gedanken dazu..
    die Medizin wird von der Pharmaindustrie finanziert?
    hm .. nein?
    wovon lebt die Pharmaindustrie?
    von Kranken?
    da gibts doch so ein Sprichwort .. mit der Katze, die sich in den Schwanz beißt?

    wie gesagt .. unfundiert, laienhaft
    :)

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  5. Hey, ich bin eben zufällig auf deinen Blog gestoßen und freue mich über deinen Beitrag über die vegMed.
    Ich habe letztens meinen hausarzt gewechselt, und als ich die Frage, ob ich Vegetarierin sei, bejaht habe, hat der Arzt allen ernstes "Ach du Scheiße!" gesagt. Dazu fällt einem nichts mehr ein.
    Herzliche Grüße
    Natalie

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  6. Hallo J.R., sehr interessanter Beitrag! Danke für die Bilder! Dürfte ich die Bilder auch in meinem Blog verwenden mit dem Verweis auf dich? Solches Wissen muss einfach verbreitet werden! Ich habe seit Kurzem einen veganen Blog (auch ein Experiment): www.hallo-piepmatz.de

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    1. Klar kannst Du die Bilder benutzen :-)

      Auf der Seite der VegMed kann man sich die Vorträge übrigens komplett anschauen...

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